Irgendwas mit China und Medien.

Hat jemand ein Kindle?

Ich meine: ERNSTHAFT?! Ein Comic über Captain China, der die kommunistischen Ideale verteidigt? Ja, Ich werde jetzt ein bisschen unflätig, aber ich dachte die Amerikaner hätten mit Captain America den Vogel schon abgeschossen…

Es lebe der Postkolonialismus?

Zwei Dinge, die ich zunächst klar stellen muss:

1. Ich lese die FAZ nicht. Nicht regelmäßig.

2. Ich habe keine Ahnung, was genau Postkolonialismus ist. Ich kann mir aber zusammenreimen, dass “Post” aus dem Lateinischen kommt und “nach, später” bedeutet. Kolonialismus sind die Folgen wenn ein industriell fortgeschrittenes Land mit seinen technscihen Errungenschaften in andere Kulturen eindringt, Krankheiten mitbringt, die Zahl der Einwohner dezimiert, Rohstoffe und restliche Bevölkerung ausbeutet.

Der Duden sagt zum Kolonialismus folgendes:

“auf Erwerb und Ausbau von Kolonien (1) gerichtete Politik unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen, militärischen und machtpolitischen Nutzens für das Mutterland bei gleichzeitiger politischer Unterdrückung und wirtschaftlicher Ausbeutung der abhängigen Völker”

Ich finde, ich war ganz schön nah dran.

Eigentlich geht es um den Artikel der FAZ “Alle Ausländer sind Verräter”, erschienen am 26.05.2012. In dem Artikel wird die xenophobe Tendenz in China anhand von Twitter und Videokommentaren beschrieben. Anlass hierzu waren wohl einige Westler, die entweder keine gute Kinderstube genossen haben oder sich noch in der Kolonialzeit wägen.
Es wurde eine Hotline eingerichtet, bei der man verdächtige Ausländer (ja, für Chinesen sind wir die Ausländer) melden soll.

Ich finde den Artikel ehrlich gesagt ziemlich schlecht.
Der Artikel geht nur oberflächlich auf die Hintergründe des ausländerfeindlichen Verhaltens der Chinesen ein. Und der Grund, weswegen die Chinesen so aufgebracht ist, ist der gleiche wie hier: Zu viele Ausländer, Bedrohung (sexueller Art), rüpelhaftes Verhalten etc..

Ich behaupte nicht, dass all das legitim für die Hetztiraden auf chinesischer Seite sind. Aber wenn ich an mein Chinajahr zurückdenke, und die Ereignisse aufzähle, in denen die Westler schlicht und ergreifend die “Bösen” sind, dann komm ich auf einige. Fangen wir doch mal an.
-wie M. nie “Danke” und “Bitte” sagt, sondern einfach mit dem Geld winkt und nach der Kellnerin schreit.
-wie C. und D. dem Torwächter ihres Hauses nie gegrüßt haben und sich wunderten, dass er sich dauernd schlafend stellten, wenn sie ankamen
-wie M. das Geld immer auf den mit Bier überschwemmten Tisch geknallt hat, wenn sie bezahlt
-wie ALLE Mädchen davon immer ausgingen, dass der Chinese für sie bezahlt, weil sie ja so toll exotisch seien
-wie J. meiner Schneiderin unmissverständlich klar machte, dass sie nur Komplimente hören möchte
-wie A. beim Anblick eines Aals auf dem Markt in “ÖÖÖÖÖÖÖÖRKS!!!” und “IIIIERKS!”-Lauten ausbrach und das Gesicht zu einer hässlichen Fratze verzog
-wie M. eine Frau, die in den Bus einstieg und ihr schlafendes Kind trug wegschubste, als der Bus los fuhr und sie auf ihn gefallen wäre (sie hat sich noch entschuldigt, dass sie nicht besser aufgepasst hätte! M. ist ein Arschloch.)
- wie verwundert alle Chinesen waren, dass Nils und ich “Guten Tag”, “Entschuldigung!”, “Vielen Dank” und “Bitte” zu ihnen sagen
Ich habe ein paar Chinesen darauf angesprochen, warum sie sich das gefallen lassen. Die Antworten machen einen traurig und wütend zugleich: man brauche das Geld; die Ausländer meinen das doch nicht so; nein, ist schon okay, man sei das gewohnt.

Der Artikel verschweigt sowohl das als auch die Tatsache das eben nicht alle diese “Ich bin weiß, also besser”-Einstellung haben. Herz erwärmende Stories habe ich auch häufig genug miterlebt, dass ich die Hoffnung, dass manche ihrem Ruf als zivilisierter Weißer gerecht werden noch nicht verloren habe.
Nein, aber statt darauf und das Trauma der Unterdrückung durch Fremdmächte nur ganz kurz und beiläufig einzugehen, wird die Angst geschürt, dass man in China nicht mehr sicher sei. Man schiebt die Schuld darauf, “dass das offizielle China zweimal kurz hintereinander düpiert wurde” und dass die Welle der ausländerfeindlichen Aussagen davon zeuge, “dass viele in China trotz der wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte von der behaupteten Souveränität noch weit entfernt sind.”
Wow, Herr Reporter, hast du aber einen guten Job gemacht.

Ach, noch ein Wort  an die Fraktion der China-Besucher, die denken, dass das Winken mit Scheinchen ausreiche, um zuvorkommend behandelt zu werden: lasst es. Versucht es mal mit höflich sein. Und so was wie “Seminar für Interkulturelle Kompetenz für Manager” müsst ihr auch nicht besuchen. Eine gute Kinderstube und gesunder Menschenverstand- damit kommt man überall zurecht.

Nachtrag: Kristof schrieb unter den FAZ-Artikel, der von einer Kommilitonin gepostet worden ist, folgendes: “ich denke da haben wir nichts zu befürchten. wer sich in einem land ordentlich benimmt, egal ob in deutschland, china oder sonst wo, wird immer willkommen sein!”
Dafür kriegt er ein Like!

…und zack! Zwei Sekunden später bereue ich die Wahl des Blogeintrags.
Wieso zum Henker bin ich da drauf gekommen? Ich hätte das ganze ja auch “Eine Dokumentation über Ai Weiwei” oder “Interessanter Film” nennen können.

Aber nein, stattdessen benutze ich einen allseits bekannten, der linksextremen Seite zugeschriebenen Ruf, der zum Sturz oder zumindest zur Ablehnung der bestehenden Ordnung ruft. Der deutschen Regierung habe ich das gegenüber nie gefühlt. Nur einmal im Jahr 2005.

Was stimmt also an meiner Einstellung gegenüber der Regierung in China nicht? Ach ja: das Treten von Rechten wie: körperliche Unversehrtheit, Freiheit der Presse und Wahlrecht. Nur um einige aufzuzählen.

Geht den Film gucken.

we-are-against-it:

Neues Thema in Psychologie: Selbstkonzept

So ein Konzept wird stark von den Reaktionen anderer / und derer Meinung von uns geprägt. mmh also Reaktionen auf mich waren

  • du bist wirklich hübsch
  • was laberst du für eine scheiße
  • hätte ich nicht gedacht das du rauchst du bist doch so eine Ökotante
  • komm wir nehmen das hübsche Mädchen da auch mit

 Hört sich nach nem Stöckchen an!
Hmmm.mal überlegen. Ich höre oft:

- Du bist ja soooooooo niedlich! (Mind. einmal am Tag und in sehr hoher Tonlage)
- Boah, so eine gute Note hätt ich dir gar nicht zugetraut!
- BWAHARHARHAR!!
- Du bist so faul!
- Du bist so ekelhaft! (ich sage so Sachen wie: “Ich schwitze”)
- Dich finde ich auch in einer Menschenmenge.
- Ich wusst gar nicht, dass du soviel weisst!

Ich wirke also auf andere unscheinbar, niedlich, dumm und ungebildet, aber auch zu laut, ekelhaft und träge. Ich kann damit leben, dass die Leute das von mir denken, ist zwar nicht das ideale Image, aber auf die Meinung fremder Leute lege ich keinen Wert.
Und wo ich schon beim Selbstentblößen angekommen bin: Ich wünschte, ich würde auf andere selbstständig, klug und mutig wirken. Ja, das wäre schön, stattdessen bin ich der niedlich-trottelige Pausenclown und bester Alleinunterhalter der Welt.
Reality sucks.

Da wird einem echt schlecht: Todesstrafe, Zurschaustellung der Todeskandidaten etc.

Was für ein Land ist das, in dem Mord am prügelnden Ehemann und nicht Scheidung die letzte Lösung ist? Man setzt bei der Verbrechensbekämpfung lieber auf Abschreckung statt auf Vermeidung.

Was das wohl wird?

Hi Kawai, hab mal deinen Blog durchgelesen und einen interessanten Artikel gefunden: "warum-kriege-ich-trotz-des-abmuehens-und-streben-und...". Hättest ruhig meinen Namen drunter schreiben können. Schade, hab dich anders eingeschätzt!
Anonym

Hallo Anonym,
ich weiss leider nicht, in welchem Zusammenhang du das meinst.
Falls du die Person bist, die mir diese Mail - es handelt sich nämlich um eine private e-mail, die ich von einer Freundin bekommen habe - geschickt hast, dann schreibe ich gerne nachträglich deinen Namen drunter! Wusste nicht, ob dir das recht war.
Falls du jemand anders sein solltest, stehe ich vor einem großen Rätsel und bitte dich, mir zu sagen, inwiefern ich dich in dem Artikel (der ja wie gesagt eine richtige e-mail ist) hätte erwähnen sollen.

Ich habe diese e-mail von einer Freundin bekommen, als es mir (mal wieder) nicht gut ging. Sie beschreibt sehr gut, wie ich mich fühle und versteht, welche Worte mich wieder aufbauen.
Da ich es schön fand, so gut verstanden zu werden, habe ich diese Nachricht gepostet.

Ich wiederhole: Der erwähnte Artikel stammt nicht aus meiner Feder!


LG, Kawai

Nachtrag: Es handelt sich übrigens um diesen Blogbeitrag.


Nachtrag 2: Habe mit betreffender Freundin gerade geschrieben. Sie war es nicht. Fragt sich nur, ob das jetzt ein böser Scherz oder - was ich noch schlimmer finde - ein Missverständnis ist.
Ich habe bereits öfters Gespräche über meine Probleme mit Freunden gehabt und da es sich um meine Freunde handelt, sind sie sich bis zu einem gewissen Grad sehr ähnlich, wenn es darum geht, mir zu helfen.
Ich könnte mir also denken, dass Anonym denkt, die Mail stamme von ihr/ihm und nicht von der eigentlichen Verfasserin und ist jetzt enttäuscht, dass ihr/sein Name nicht drunter steht.

Nachtrag 3: Ich bin immer noch verwirrt und frage mich, was diese Nachricht sollte.

Nachtrag 4: Interessant zu beobachten was die Leute sich trauen zu fragen, wenn man seinen Blog so einstellt, dass man anonym fragen darf.

[Flash 9 is required to listen to audio.]
12 Mal abgespielt

Mein erstes Interview für das Campusradio!

Ich habe Elisa, ein Mitglied der chinesisch-sprachigen Theatergruppe des Konfuzius-Instituts interviewt.

Es fehlt zwar die Anmoderation, in der es um den Inhalt des Stückes “Gewitter” von Cao Yu geht, aber wen der Blick - oder hier: der Lauscher- hinter den Kulissen interessiert, darf gerne reinhören!

Ich bin seit neuestem beim Radio! Naja, ich mach halt ab und zu mal Beiträge…

In der heutigen Sendung AUDIMAX von 18-20 Uhr läuft ein Beitrag von mir über eine kirchenkritische Ausstellung. Wer Lust auf studentisches Radio (Beiträge und Musik) hat, ab 18 Uhr einschalten!